Fachkräfte: Was die Nordkonferenz für Handwerksbetriebe in NDS bedeutet

Der Fachkräftemangel ist für uns alle im SHK- und Elektrobereich die größte Wachstumsbremse. Die jüngste Nordkonferenz des Handwerks hat die Lage noch einmal drastisch beleuchtet: Wir stehen vor einer massiven Welle von Renteneintritten. Für Betriebe in Niedersachsen heißt das: Wir müssen jetzt entschlossen handeln. Hier die wichtigsten Forderungen und praktischen Strategien für Ihren Betrieb.

Der demografische Engpass wird akut

Die Spitzenvertreter der norddeutschen Handwerkskammern, darunter auch die HWK Hannover, haben Mitte November Klartext geredet. Das Fazit der Konferenz: Der bevorstehende Renteneintritt der Baby-Boomer verschärft die Engpässe massiv. Die Generation der erfahrenen Meister und Monteure verlässt uns in den kommenden Jahren, während der Nachwuchs fehlt.

Forderung an die Politik: Das Handwerk fordert vor allem entschlossenes Handeln zur Steigerung der Attraktivität der Ausbildung, beispielsweise durch ein flächendeckend gültiges Azubi-Ticket, und eine bessere Bildungsinfrastruktur.

Das Dilemma: Volle Auftragsbücher treffen auf knappe Personalressourcen. Das führt zu längeren Wartezeiten für unsere Kunden und bremst unsere Betriebe aus. Es ist keine Frage des Wollens, sondern des Könnens.

Auswirkungen und drei Handlungsfelder für Betriebe

Für uns Installateure geht es nicht nur darum, Aufträge zu gewinnen, sondern sie auch abarbeiten zu können. Die Nordkonferenz hat drei zentrale Hebel identifiziert, die wir in unseren Betrieben stärker nutzen müssen:

A. Praktika und Berufsorientierung (Azubi-Gewinnung): Der direkte Kontakt zur Schule ist unschlagbar. Betriebe, die regelmäßig Praktika anbieten – und diese gut betreuen! – haben deutlich bessere Chancen, qualifizierte Azubis zu finden. Hier geht es darum, die „Werkbank statt Maltisch“ erlebbar zu machen, wie es die HWK Oldenburg formuliert hat.

B. Potenziale besser nutzen (Inklusion und Zuwanderung): Fachkräfte aus dem Ausland und Menschen mit Behinderung sind oft ungenutzte Potenziale. Die Handwerkskammer Oldenburg hat hier mit über 1600 erfolgreichen Integrationen gezeigt, dass es funktioniert, wenn man das Thema professionell angeht. Hier kann jeder Betrieb prüfen: Gibt es Beratungsangebote bei der HWK, die wir nutzen können?

C. Frauen im Handwerk fördern (Starker Hannover-Bezug): Die HWK Hannover hat explizit die gezielte Ansprache und Bindung von Frauen in handwerklichen Berufen als wichtiges Feld hervorgehoben. Der Knackpunkt: Kinderbetreuung. Wenn wir Frauen halten oder gewinnen wollen, müssen wir als Arbeitgeber hier flexibler und unterstützender sein als bisher.

Praxistipps: Was Betriebe JETZT in der Region tun können

Als enercity profipartner wissen wir, dass regionale Vernetzung zählt. Statt auf die Politik zu warten, können wir folgendes tun:

  • Lokale Kooperationen: Nehmen Sie an den Kooperationstreffen von Handwerkskammer Hannover und Schulen teil (z.B. am 3. Dezember 2025). Zeigen Sie Präsenz und werben Sie für Ihren Beruf.
  • Weiterbildung für Chefs: Themen wie „Schwierige Gespräche leicht(er) gemacht“ (HWK Hannover) oder „Arbeitszeitgestaltung digital und effizient“ (SBZ) helfen, die Attraktivität des eigenen Betriebs zu steigern und Mitarbeiter zu binden.
  • Azubi-Gesundheit: Die HWK Hannover bietet einen kostenfreien Azubi-Gesundheitstag an. Melden Sie Ihre jungen Mitarbeiter an, um Wertschätzung zu zeigen und Krankheitsausfälle zu reduzieren.

Einigkeit herrscht in der Nordkonferenz: Damit das Handwerk zukunftsfähig bleibt, müssen Politik, Bildungseinrichtungen und wir Betriebe an einem Strang ziehen. Es liegt an uns, die Weichen zu stellen.

Fazit

Der Kampf um Fachkräfte ist ein regionaler Wettbewerb – und wir müssen ihn gewinnen. Wer heute in Ausbildung, Digitalisierung und Mitarbeiterbindung investiert, sichert sich die Aufträge von morgen. Machen Sie Ihren Betrieb zur Top-Adresse in Hannover und Niedersachsen.