BEG 2026: Das ändert sich ab April bei Effizienzhaus- & Heizungs-Förderung

Wer 2026 Sanierungs- oder Neubauprojekte plant, muss sich auf neue Spielregeln bei der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) einstellen. Ab voraussichtlich April 2026 sind Anpassungen an den Effizienzhaus-Standards und den Fördersätzen zu erwarten. Für uns Installateure bedeutet das: Wir müssen die neuen Grenzwerte kennen, um die maximale Förderung für unsere Kunden zu sichern.

Schärfere Standards und neue Förderlogik

Die Bundesregierung plant, die BEG-Standards für Wohngebäude und Nichtwohngebäude ab dem Frühjahr 2026 noch einmal anzuziehen. Der Fokus liegt weiterhin auf einer stärkeren Dekarbonisierung und der Nutzung erneuerbarer Energien.

  • Strengere Effizienzhaus-Klassen: Es ist davon auszugehen, dass die Anforderungen an die gängigen Effizienzhaus-Standards (z.B. EH 55 oder EH 40) verschärft werden, indem der zulässige Primärenergiebedarf (Qp) und der Transmissionswärmeverlust (Ht) weiter gesenkt werden. Das bedeutet, um dieselbe „Klasse“ zu erreichen, sind ab April 2026 unter Umständen höherwertige Dämmung und effizientere Anlagentechnik nötig.
  • Heizungs-Komponente (BEG EM): Bei der Einzelmaßnahme (BEG EM), also dem reinen Heizungstausch, sind die Zuschüsse für den Kernbereich Wärmepumpe/Biomasse relativ stabil. Die Änderungen betreffen hier eher die Kombination mit Effizienzmaßnahmen (z.B. Dämmung), die künftig noch stärker belohnt werden sollen, um Anreize für die Gesamtsanierung zu schaffen.

Auswirkungen für SHK- und Elektro-Betriebe

Diese Änderungen haben unmittelbare Auswirkungen auf unsere tägliche Arbeit und die Gespräche mit den Kunden in Niedersachsen.

  • SHK-Beratung wird komplexer: Wenn Kunden ab April 2026 noch einen EH 55-Standard anstreben, reichen womöglich die bisherigen Standardlösungen im Zusammenspiel mit der Gebäudehülle nicht mehr aus. Wir müssen frühzeitig die Mindestanforderungen an die Wärmeerzeuger-Jahresarbeitszahl (JAZ) und die korrekte hydraulische Optimierung (jetzt Pflicht) sicherstellen, um die Förderfähigkeit zu gewährleisten.

  • Elektro-Relevanz (Smart & PV): Der förderfähige Weg zum Effizienzhaus beinhaltet fast immer eine starke Komponente der Eigenstromnutzung (PV) und der Systemintegration (HEMS/Smart Metering). Wir als Elektriker müssen sicherstellen, dass die PV-Anlage und der Stromspeicher korrekt dimensioniert sind und mit dem Heizsystem kommunizieren, um die Qp-Werte (Primärenergiebedarf) des Gebäudes zu verbessern und die neuen Standards zu erreichen.

  • Mehr Vorlaufzeit nötig: Durch die verschärften Standards braucht der Kunde mehr Zeit für die Planung mit dem Energieberater. Das bedeutet für uns: Aufträge für 2026 frühzeitig akquirieren und die Fristen für die Einreichung des Antrags vor dem 1. April 2026 (bei alter Regelung) oder danach (bei neuer Regelung) genau überwachen.

Praxistipps: Jetzt in Wissen und Tempo investieren

Als enercity profipartner können wir unseren Kunden durch schnelles und präzises Wissen den entscheidenden Vorteil verschaffen.

  • Fokus auf BAFA-Berater: Die Förderanträge müssen immer über einen Energieeffizienz-Experten (EEE) gestellt werden. Bauen Sie jetzt schon enge Kooperationen mit EEEs in Hannover auf, die über die geplanten Änderungen für 2026 informiert sind.
  • Regionale Zusatzförderungen prüfen: Die Stadt Hannover und enercity bieten teilweise eigene, ergänzende Förderprogramme an. Diese sind oft an die BEG-Mindestanforderungen gekoppelt. Ein Beispiel: Wenn die BEG-Anforderungen steigen, steigen oft auch die Anforderungen für die lokale enercity-Förderung. Vergleichen Sie die Bedingungen genau!
  • Kunden-Kommunikation: Informieren Sie Kunden jetzt proaktiv über die bevorstehenden Änderungen. Dies erzeugt Handlungsdruck für Bestandssanierungen vor April 2026, falls die alte, womöglich einfachere Regelung genutzt werden soll.

Die BEG ist die finanzielle Basis vieler unserer Aufträge. Wer die Spielregeln 2026 kennt, sichert sich die Aufträge.

Fazit

Die BEG-Standards 2026 werden anspruchsvoller. Wer die technischen Details bei der JAZ der Wärmepumpe oder der Anlageneffizienz beherrscht, sichert sich und dem Kunden die maximalen Zuschüsse. Positionieren Sie sich als Förder-Experte im Großraum Hannover.

Bleiben Sie durch uns auf dem Laufenden zu den finalen Veröffentlichungen.