Die Wärmepumpe läuft, das Haus ist warm – alles bestens? Nicht ganz. Seit 2024 gilt für bestimmte Wärmepumpen eine gesetzliche Prüfpflicht nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG). Für die ersten Anlagen, die Anfang 2024 installiert wurden, läuft die Frist nun ab. Wir erklären, wer betroffen ist, was geprüft wird und warum sich der Check auch ohne gesetzlichen Zwang lohnt.
Warum eine Prüfpflicht für Wärmepumpen?
Wärmepumpen gelten als die Heiztechnologie der Zukunft. Doch ihre Effizienz hängt stark davon ab, wie gut sie auf das jeweilige Gebäude und das Heizsystem abgestimmt sind. In der Praxis zeigt sich oft: Viele Anlagen laufen nach der Installation einfach in der Werkseinstellung weiter. Das kostet unnötig Strom und senkt die Lebensdauer der Anlage.
Um dieses Optimierungspotenzial zu heben, hat der Gesetzgeber mit der Novelle des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) den § 60a eingeführt. Er verpflichtet Betreiber größerer Anlagen zu einer regelmäßigen Betriebsprüfung. Ziel ist es, sicherzustellen, dass die Wärmepumpe nicht nur Wärme liefert, sondern dies auch so effizient wie möglich tut.
Wer ist von der Prüfpflicht betroffen?
Die gute Nachricht für Besitzer von Einfamilienhäusern: Die gesetzliche Pflicht gilt nicht für alle. Der § 60a GEG richtet sich gezielt an größere Gebäude und Netze.
Die Prüfpflicht gilt für:
- Wassergeführte Wärmepumpen (Luft-Wasser, Sole-Wasser, Wasser-Wasser)
- Anlagen, die nach dem 31. Dezember 2023 eingebaut wurden
- Gebäude mit mindestens sechs Wohnungen oder sonstigen selbständigen Nutzungseinheiten
- Wärmepumpen, die ein Gebäudenetz mit mindestens sechs Nutzungseinheiten speisen
Die Fristen:
Die erste Prüfung muss nach einer vollständigen Heizperiode, spätestens jedoch zwei Jahre nach der Inbetriebnahme erfolgen. Für Anlagen, die im Januar 2024 in Betrieb gingen, wird die Prüfung also ab Januar 2026 fällig. Danach muss die Prüfung alle fünf Jahre wiederholt werden, sofern die Anlage nicht über eine kontinuierliche Fernüberwachung verfügt.
Was wird beim Heizungscheck geprüft?
Die Prüfung nach § 60a GEG ist kein oberflächlicher Blick auf das Gerät, sondern eine fundierte Analyse des Betriebsverhaltens. Eine sachkundige Person – beispielsweise ein qualifizierter SHK-Handwerker oder Energieberater – nimmt dabei folgende Punkte unter die Lupe:
- Regelparameter: Sind Heizkurve, Heizgrenztemperatur und Pumpeneinstellungen optimal an das Gebäude angepasst?
- Hydraulischer Abgleich: Liegt ein Nachweis über den hydraulischen Abgleich vor? (Dieser ist essenziell für die gleichmäßige Wärmeverteilung).
- Jahresarbeitszahl (JAZ): Entspricht die reale Effizienz der Anlage im Betrieb den Erwartungen?
- Komponenten: Sind die verbauten Komponenten (z. B. Pufferspeicher, Umwälzpumpen) richtig dimensioniert und eingestellt?
Wird bei der Prüfung ein Optimierungsbedarf festgestellt, ist der Betreiber verpflichtet, die entsprechenden Maßnahmen innerhalb eines Jahres umzusetzen.
Bleibt die Prüfpflicht auch mit dem neuen GModG bestehen?
Warum sich der Check auch für Einfamilienhäuser lohnt
Auch wenn Sie als Besitzer eines Ein- oder Zweifamilienhauses nicht gesetzlich zur Prüfung verpflichtet sind: Ein regelmäßiger Heizungscheck ist eine sinnvolle Investition.
Eine nicht optimal eingestellte Wärmepumpe verbraucht schnell 10 bis 20 Prozent mehr Strom als nötig. Durch einfache Anpassungen der Heizkurve oder der Vorlauftemperatur lassen sich diese Kosten dauerhaft senken. Zudem beugt eine regelmäßige Wartung teuren Reparaturen vor und sichert die Garantieansprüche gegenüber dem Hersteller.
Fazit: Effizienz sichern, Kosten senken
Die Prüfpflicht nach § 60a GEG ist mehr als nur eine bürokratische Vorgabe – sie ist ein Instrument zur Qualitätssicherung. Wer seine Wärmepumpe regelmäßig prüfen und optimieren lässt, profitiert von niedrigeren Heizkosten, einem geringeren CO₂-Ausstoß und einer längeren Lebensdauer der Anlage.
Für die Durchführung der Prüfung benötigen Sie einen qualifizierten Fachbetrieb. Das Netzwerk der enercity profipartner verbindet Sie mit kompetenten SHK-Betrieben in der Region Hannover, die über das nötige Know-how für die Prüfung und Optimierung Ihrer Wärmepumpe verfügen.
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